Photodynamische Therapie (PDT) gegen weißen Hautkrebs

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Das Basaliom

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Die photodynamische Therapie (PDT) ist eine erprobte Methode zur Untersuchung und Behandlung von krankhaften Hautveränderungen wie dem weißen Hautkrebs. Es hat sich insbesondere zur Erkennung von Hautkrebsvorstufen etabliert. Im letzten Jahrzehnt erweiterte sich das Spektrum der Anwendungsmöglichkeiten rasant. Im Prinzip basiert die PDT darauf, dass sich in Tumoren stark lichtempfindliche Stoffe anlagern. Kommen diese Stoffe mit Sauerstoff und Licht in Berührung, sterben sie ab.

Einsatz der Photodynamischen Therapie

Die PDT eignet sich nicht nur bei bestimmten Formen des Basalioms, sondern wird auch zur Behandlung von Hautkrebsvorstufen, den so genannten aktinischen Keratosen eingesetzt. Seit 15 Jahren ist die Therapie erfolgreich etabliert und insbesondere bei Tumoren im Bereich des Mundes und Halses ist sie empfehlenswert.

Funktionsweise der PDT

Photodynamische Therapie (PDT) gegen weißen Hautkrebs
Der Hautkrebs wird mit bestimmten Wellenlänge bestrahlt

Die betroffene Hautpartie wird mit einer speziellen Creme eingerieben, die die Wirkstoffe Aminolävulinsäure (ALA) oder Methyl-Aminolävulinsäure enthält. In seltenen Fällen werden die Wirkstoffe auch über ein Pflaster oder per Spray aufgebracht. Das Besondere ist, dass sich die medikamentösen Wirkstoffe direkt an die erkrankten Hautstellen adaptieren und sich dort ganz besonders intensiv anlagern. Die Wirkstoffe dringen mittels der ALA-Inhaltsstoffe besonders gut in die Haut ein. Diese Wirkstoffe selber sind nicht lichtempfindlich, reichern sich aber in kranken Zellen massiv an. Dort werden sie gezielt zu einem lichtempfindlichen Stoff umgebaut. Kommt die Substanz nun mit Rotlicht in Kontakt, bildet sich aggressiver Sauerstoff, der in letzter Konsequenz zum Zerstören der krankhaften Zellen führt. Falls keine Belichtung stattfindet, lösen die Wirkstoffe keinerlei Reaktion aus.

Nach dem Eincremen der Hautareale muss die Creme drei bis sechs Stunden vor natürlichem Licht geschützt werden. Dazu eignet sich am besten ein dünner Verband. Nach der Einwirkzeit wird unter Einsatz einer Speziallampe krankhaftes Gewebe von gesundem Gewebe sichtbar. Das kranke Gewebe ist rötlich eingefärbt. Spezielle Lichtstrahlen lösen die schädliche photodynamische Reaktion aus, die die kranken Zellen tötet. Die Bestrahlung darf nicht in zu niedrigen Dosen erfolgen, denn dann werden die Krebszellen nicht abgetötet. Diese Behandlung wird mehrfach wiederholt, bis keine kranken Zellen mehr erkennbar sind.

Lichtquellen bei der PDT

Das Licht, das zur Aktivierung der Aminolävulinsäure benötigt wird, ist auf rote, grüne, violette, blaue und orange Farbbereiche beschränkt. Es handelt sich dabei nicht um Röntgenstrahlen, sondern um gänzlich ungefährlicher Farblichtstrahlen. Sie wirken erst in Verbindung mit dem Medikament. Das rote Licht dringt dabei besonders tief in die Haut ein und sorgt so für eine vollständige Zerstörung von Tumorzellen im Untergewebe. Um die Intensität der Lichtwirkung zu erhöhen, können bei dickeren Hautschichten im Vorfeld Abtragungen (Kürettagen) vorgenommen werden.

Nebenwirkungen der PDT

Wenn die Photodynamische Therapie an der Augenpartie durchgeführt wird, sollten die Augen mit einer Spezialbrille geschützt werden. Die Lampe erwärmt die Haut spürbar, das kann Schmerzen verursachen. Die Schmerzen sind unangenehm, jedoch gänzlich ohne Gefahr. Falls die Haut starke Sonnenschäden aufweist, ist der Einsatz einer Kaltluftanästhesie angezeigt. Oft hilft schon der Einsatz eines schlichten Ventilators. Auch die Versorgung mit einer Fettcreme (z. B. Bepanthen) hat sich bewährt.

Im Zusammenhang mit der Behandlung können sich Rötungen, Krusten und Eiterpusteln bilden. Die Haut schuppt und fällt ab. Das alles ist Ausdruck des Zelltodes der kranken Hautpartien. Innerhalb von 5 bis 20 Tagen verschwinden sie und neue Haut wächst nach. Der gesamte Heilungsprozess dauert danach noch etwa 2-3 Wochen.

Vorteile der Photodynamischen Therapie

Im Vergleich zu Operationen liegt der Vorteil einer PDT darin, dass gesunde Haut geschont wird. Es erfolgt eine meist narbenlose Abheilung. Die Erfolgsquote bei Basaliomen ist mit rund 90 % sehr hoch. Da die Nebenwirkungen vergleichsweise gering sind, ist die Photodynamische Therapie eine erfolgversprechende Behandlung, die im Zusammenhang mit weißem Hautkrebs zum Einsatz kommt.

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